Beitragsbild- persönliciches Foto Maxi Aissat

Monatsrückblick April 2026: Turbulent, lehrreich und ein bisschen erschöpft

Was der April mich (wieder) gelehrt hat

Der April hat mich überrascht, leider nicht nur positiv. Eigentlich sind es die letzten Ferien vor den Sommerferien, und trotzdem habe ich durchgearbeitet. Es gab neue Schülerinnen, Diagnostik und Testungen, in der Lerntherapie war einiges los. Dazu kam noch ein privat turbulentes Umfeld. Kurz gesagt: Ich war erschöpft.

Was ist meine größte Erkenntnis aus diesem Monat? Eine Pause ist keine Schwäche, sondern eine Voraussetzung. Das nehme ich mit in den Mai.

Elterntipp des Monats

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu, und ich merke es. Die Eltern werden nervöser, die letzten Klassenarbeiten stehen an und gleichzeitig werden schon die Weichen für das nächste Schuljahr gestellt. Man steht sozusagen mit einem Bein noch im aktuellen Schuljahr und tastet mit den Zehen schon ins nächste.

Mein Tipp für diesen Moment: Durchatmen.

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Und Lernschwierigkeiten werden nicht kleiner, wenn der Druck größer wird – im Gegenteil. Was wirklich hilft, ist, den Blick auf das zu lenken, was bereits gut funktioniert. Wo liegen die Stärken des Kindes? Was klappt schon? Darauf lässt sich viel besser aufbauen als auf einer Spirale aus Druck und Frustration.

Fachtipp des Monats

Lerntherapie bedeutet mehr, als nur mit dem Kind zu arbeiten. Das habe ich im April wieder deutlich gespürt. Der Erfolg steht und fällt mit der Zusammenarbeit mit den Eltern.

Das bedeutet für mich konkret dreierlei:

Emotional da sein. Eltern von Kindern mit Lernschwierigkeiten tragen oft viel: Sorgen, Erschöpfung und manchmal das Gefühl, gegen eine Mauer zu laufen. Gerade wenn die Schule wenig Unterstützung bietet, sind sie oft auf sich allein gestellt. Diesen Raum zu halten, ist Teil meiner Arbeit.

Konkrete Brücken bauen. Eltern brauchen keine Therapiesprache, sondern leicht umsetzbare Ideen. Wie kann das häusliche Lernen gelingen? Was hilft, was schadet? Wie gehe ich als Mutter oder Vater mit einer schwierigen Lernsituation um?

Vertrauen ist das Fundament. Kinder spüren, ob ihre Eltern und ihre Therapeutin an einem Strang ziehen. Dieses Vertrauen zwischen mir, dem Kind und der Familie ist keine Nebensache. Es ist die Grundlage, auf der Lerntherapie überhaupt wirken kann.

Material des Monats

Mein Dauerbrenner und das nicht ohne Grund: Taco, Katze, Ziege, Käse, Pizza.

Foto vom Spiel Taco, Katze, Ziege, Käse, Pizza

Ich setze dieses Kartenspiel immer wieder als Warm-up ein, besonders wenn die Schüler*innen am Nachmittag müde und ausgelaugt ankommen. Es aktiviert, schärft Reaktion und Wahrnehmung und vor allem wird dabei viel gelacht.

Gute Laune ist keine Nebensache beim Lernen. Sie ist Voraussetzung.

Wenn ich den Kindern die Wahl lasse, entscheiden sie sich meistens für das Spiel. Das sagt eigentlich alles.

Schönster Moment des Monats

Im April suchten wir gemeinsam mit einer Familie nach einem Termin für ein Elterngespräch. Da die Zeit knapp war, hatten wir die Idee, die Therapiestunde etwas zu kürzen und den Rest für das Gespräch zu nutzen.

Da mischte sich der Schüler ein. Nein, das möchte er nicht. Er wolle keine Zeit von seiner Stunde hergeben.

Ich musste schmunzeln. Innerlich war ich sehr froh, denn genau das ist es, wofür ich arbeite: dass Kinder ihren Therapieraum als ihren eigenen empfinden. Als etwas Wertvolles, das sie nicht teilen wollen.

Ausblick Mai

Der Mai fühlt sich bereits anders an. Leichter.

Der große Stress durch Klassenarbeiten lässt nach, der Druck fällt ein Stück weit ab – und das ist in den Stunden zu merken. Wenn Kinder ohne dieses Gewicht ankommen, kann echte Therapiearbeit entstehen. Es geht nicht darum, schnell noch ein Thema reinzuquetschen oder gegen die Uhr zu lernen. Einfach da sein und arbeiten.

Ich freue mich auf den Mai.


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